Bava Kamma 55

Kapitel 55

א עמך בן בג בג יחידאה הוא ופליגי רבנן עליה
1 Behalte es für dich; Ben Bag Bag ist einzelner und die Rabbanan streiten gegen ihn.
ב רבי ינאי אמר מאי שבור את שיניו בדין
2 Rabina erklärte: Unter ‘schlage ihm die Zähne aus’ ist zu verstehen: verklage ihn. —
ג אי הכי ואמור לו ואומרים לו מיבעי ליה שלי אני נוטל שלו הוא נוטל מיבעי ליה קשיא
3 Wieso heißt es demnach: sprich zu ihm, es sollte doch heißen: sie sollen zu ihm sprechen! Und wieso heißt es: ich nehme meines, es sollte ja heißen: er nimmt seines!? — Dies ist ein Einwand. —
ד ת"ש שור שעלה ע"ג חבירו להורגו ובא בעל התחתון ושמט את שלו ונפל עליון ומת פטור מאי לאו במועד דליכא פסידא
4 Komm und höre: Wenn ein Ochs sich auf einen anderen stürzt, um ihn zu töten, und der Eigentümer des unteren herankommt und seinen hervorzieht, der obere aber herabfällt und getötet wird, so ist er frei. Dies gilt wohl von einem verwarnten, sodaß kein Schaden vorliegt!? —
ה לא בתם דאיכא פסידא
5 Nein, von einem nicht verwarnten, sodaß ein Schaden vorliegt. —
ו אי הכי אימא סיפא דחפו לעליון ומת חייב ואי בתם אמאי חייב
6 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn er aber den oberen hinabstößt und er getötet wird, so ist er ersatzpflichtig. Weshalb ist er bei einem nicht verwarnten ersatzpflichtig!? —
ז שהיה לו לשמטו ולא שמטו
7 Er sollte nur seinen hervorziehen und hat dies nicht getan. —
ח תא שמע הממלא חצר חבירו כדי יין וכדי שמן בעל החצר משבר ויוצא משבר ונכנס
8 Komm und höre: Wenn jemand den Hof seines Nächsten mit Wein- und Ölkrügen füllt, so darf sie der Eigentümer des Hofes zerbrechen und hinausgehen, zerbrechen und hineingehen!?
ט אמר ר"נ בר יצחק משבר ויוצא לב"ד משבר ונכנס להביא זכיותיו
9 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Zerbrechen und hinausgehen, um sich aufs Gericht zu begeben, zerbrechen und hineingehen, um seine Rechtsbeweise zu holen. —
י ת"ש מניין לנרצע שכלו לו ימיו ורבו מסרהב בו לצאת וחבל ועשה בו חבורה שהוא פטור
10 Komm und höre: Woher, daß, wenn jemand seinem angebohrten[Sklaven], dessen Zeit abgelaufen ist, den er fortzugehen auffordert, dieser sich aber weigert, eine Verletzung beibringt, er frei sei? —
יא ת"ל (במדבר לה, לב) לא תקחו כופר לשוב לא תקחו כופר לשב
11 Es heißt:<i>ihr sollt kein Lösegeld nehmen &amp;c. daß er heimkehre</i>; ihr sollt für den Heimkehrenden kein Lösegeld nehmen!? —
יב הכא במאי עסקינן בעבדא גנבא
12 Hier handelt es sich um einen diebischen Sklaven. —
יג עד האידנא לא גנב והשתא גנב עד האידנא הוה אימתיה דרביה עליה השתא לית ליה אימתא דרביה עליה
13 Bis jetzt hat er nicht gestohlen und jetzt stiehlt er!? — Bis jetzt hatte er Furcht vor seinem Herrn, jetzt aber hat er keine Furcht vor seinem Herrn.
יד ר"נ בר יצחק אמר בעבד שמסר לו רבו שפחה כנענית עד האידנא היתירא והשתא איסורא
14 R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Wenn ihm sein Herr eine kenaa͑nitische Magd gab; bis jetzt war sie ihm erlaubt, von jetzt ab ist sie ihm verboten. —
טו ת"ש המניח את הכד ברה"ר ובא אחר ונתקל בה ושברה פטור טעמא דנתקל בה הא שברה חייב
15 Komm und höre: Wenn jemand einen Krug auf öffentlichem Gebiete hinstellt und ein anderer kommt, an diesem strauchelt und ihn zerbricht, so ist er ersatzfrei. Nur wenn er strauchelt, wenn er ihn aber [vorsätzlich] zerbricht, ist er ersatzpflichtig. —
טז אמר רב זביד משמיה דרבא הוא הדין אפי' שברה והאי דקתני נתקל איידי דקבעי למיתני סיפא אם הוזק בעל חבית חייב בנזקו דדוקא נתקל אבל שבר לא דהוא אזיק נפשיה קתני רישא נתקל
16 R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Dies gilt auch von dem Falle, wenn er ihn [vorsätzlich] zerbricht, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn er daran zu Schaden kommt, der Eigentümer des Fasses zur Entschädigung verpflichtet sei, was nur in dem Falle gilt, wenn er strauchelt, nicht aber, wenn er es [vorsätzlich] zerbricht, da er sich den Schaden selber zugefügt hat, so lehrt er auch im Anfangsatze von dem Falle, wenn er strauchelt. —
יז ת"ש (דברים כה, יב) וקצתה את כפה ממון מאי לאו בשאינה יכולה להציל ע"י דבר אחר לא שיכולה להציל ע"י דבר אחר
17 Komm und höre:<i>So sollst du ihr die Hand abhauen</i>, eine Geldstrafe. Doch wohl, wenn sie kein anderes Rettungsmittel hat!? — Nein, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat. —
יח אבל אינה יכולה להציל ע"י דבר אחר פטורה אי הכי אדתני סיפא ושלחה ידה פרט לשליח ב"ד לפלוג ולתני בדידה בד"א בשיכולה להציל ע"י ד"א אבל אינה יכולה להציל ע"י דבר אחר פטורה
18 Sie ist also frei, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat; wozu lehrt er demnach im Schlußsatze: <i>und ihre Hand ausstreckt</i>, ausgenommen ist der Gerichtsdiener, sollte er doch bei ihr selber einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat, wenn sie aber kein anderes Rettungsmittel hat, so ist sie frei!? —
יט ה"נ קאמר בד"א בשיכולה להציל ע"י דבר אחר אבל אינה יכולה להציל ע"י דבר אחר נעשה ידה כשליח ב"ד ופטורה
19 Das meint er auch: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat, wenn sie aber kein anderes Rettungsmittel hat, so gleicht ihre Hand einem Gerichtsdiener und sie ist frei. —
כ ת"ש הרי שהיתה דרך הרבים עוברת בתוך שדהו נטלה ונתן להם מן הצד מה שנתן נתן ושלו לא הגיעו
20 Komm und höre: Wenn ein öffentlicher Weg sich durch sein Feld hinzieht und er diesen abschafft und einen anderen an der Seite errichtet, so bleibt der neuerrichtete bestehen und seinen erhält er nicht.
כא ואי אמרת עביד איניש דינא לנפשיה לנקוט פזרא וליתיב
21 Wenn man nun sagen wollte, man dürfe sich selber Recht verschaffen, so soll er doch einen Knüttel nehmen und sich [am Wege] niedersetzen!?
כב אמר רב זביד משמיה דרבא גזירה שמא יתן להם דרך עקלתון
22 R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Hierbei ist berücksichtigt worden, er könnte ihnen einen krummen Weg geben.
כג רב משרשיא אמר בנותן להם דרך עקלתון
23 R. Mešaršeja erklärte: Wenn er ihnen einen krummen Weg gibt.
כד רב אשי אמר כל מן הצד דרך עקלתון הוא קרובה לזה ורחוקה לזה
24 R. Aši erklärte: Jeder Weg an der Seite gilt als krumm, denn er ist nahe für die einen und weit für die anderen. —
כה אי הכי אמאי שלו לא הגיעו לימא להו שקולו דידכו והבו לי דידי
25 Weshalb erhält er demnach seinen nicht zurück, soll er doch zu ihnen sagen: da habt ihr euren und gebt mir den meinen!? —
כו משום דרב יהודה דאמר רב יהודה מיצר שהחזיקו בו רבים אסור לקלקלו
26 Wegen einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte, einen Rain, von dem das Publikum Besitz genommen hat, darf man nicht zerstören. —
כז ת"ש בעל הבית שהניח פאה מצד אחד ובאו עניים ונטלו מצד אחר זה וזה פאה וא"א עביד איניש דינא לנפשיה אמאי זה וזה פאה לנקוט פזרא וליתיב
27 Komm und höre: Wenn der Hausherr den Eckenlaß auf der einen Seite zurückgelassen hat und die Armen gekommen sind und ihn von der anderen Seite genommen haben, so gehört beides zum Eckenlasse. Wieso gehört nun, wenn man sagen wollte, man dürfe sich selber Recht verschaffen, beides zum Eckenlasse, er sollte doch einen Knüttel nehmen und sich niedersetzen!?
כח אמר רבא מאי זה וזה פאה לפוטרן מן המעשר
28 Raba erwiderte: Beides gehört insofern zum Eckenlasse, als sie nicht verzehntet zu werden brauchen.
כט כדתניא המפקיר את כרמו והשכים בבקר ובצרו חייב בפרט ובעוללות ובשכחה ובפאה ופטור מן המעשר:
29 Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand seinen Weinberg preisgibt und sich früh aufmacht und ihn abwinzert, so ist er zur [Zurücklassung von] Abfall, Traubennachlese, Vergessenem und Ekkenlaß verpflichtet und vom Zehnten frei.
ל <big><strong>מתני׳</strong></big> נשברה כדו ברה"ר והוחלק אחד במים או שלקה בחרסית חייב רבי יהודה אומר במתכוין חייב באינו מתכוין פטור:
30 <b>W</b><small>ENN EINEM EIN</small> K<small>RUG AUF ÖFFENTLICHEM</small> G<small>EBIETE ZERBRICHT UND JEMAND DURCH DAS</small> W<small>ASSER AUSGLEITET ODER AN EINER</small> S<small>CHERBE ZU</small> S<small>CHADEN KOMMT, SO IST ER</small> [<small>ZUR</small> E<small>NTSCHÄDIGUNG</small>] <small>VERPFLICHTET</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, WENN MIT</small> A<small>BSICHT, SEI ER</small> [<small>ZUR</small> E<small>NTSCHÄDIGUNG</small>] <small>VERPFLICHTET, WENN OHNE</small> A<small>BSICHT, SEI ER FREI</small>.
לא <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יהודה אמר רב לא שנו אלא שטינפו כליו במים
31 GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn seine Kleider durch das Wasser beschmutzt worden sind,